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Karibik 09

Karibisches Meer

18.11. -3.12.2009

 

Heuer führte uns der vorweihnachtliche mariteam Karibik Törn onway von St. Lucia durch die Windward Islands südwärts bis nach Tobago.

 

mariteam hatte dafür einen tollen Kat gechartert. Tourmaline, eine Salina 48 von Fountaine Pajot. Ein Schiff das in idealer Weise sehr gute Segeleigenschaften mit luxuriösem Komfort verbindet. Perfekt ausgerüstet mit Generator, Wassermacher, Tiefkühlschrank etc. war sie das ideale Schiff für unsere zweiwöchige Seereise durch das Karibische Meer.

 

Nach einem Großeinkauf in der Rodney Bay, die in den letzten Jahren von einem kleinen Yachthafen zu einer luxuriösen Marina ausgebaut wurde, und einem ersten Bad im mit 28°C herrlich warmen Meer im äußeren Teil der Bucht nahe Pigeon Island, starten wir am Nachmittag zur Über- und ersten Nachtfahrt nach Bequia, einer unter Seglern sehr beliebten, zu St. Vincent und den Grenadinen gehörenden kleinen Insel. Der Passatwind bläst kräftig. Mit bis zu 13 Knoten Speed rauschen wir halbwind unserem 70 Seemeilen entfernten Ziel entgegen, das wir noch vor Mitternacht erreichen. Der Anker fällt in der berühmten Admirality Bay, unmittelbar vor Princess Margaret Beach.

 

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen von relaxen und karibischem easy going. Lange ausschlafen, ausgiebig frühstücken, schwimmen und schnorcheln im türkisgrünen Wasser und sonnenbaden am herrlichen, von Palmen und Takamakabäumen umrahmten Princess Margaret Beach. Danach geht´s mit dem Dinghi nach Port Elisabeth, um einzuklarieren, am lokalen Markt Gemüse und Obst zu kaufen und bei Lulley´s - dem wohl besten Geschäft für fishing gear überhaupt - unsere Fischereiausrüstung zu komplettieren. Abends genießen wir unseren ersten Sundowner im direkt an der Wasserfront gelegenen Whaleboner auf Barhockern aus Walwirbeln aus längst vergangenen Walfängerzeiten. Das Dinner nehmen wir im daneben gelegen Gingerbread, von dessen erhöht gelegener Terrasse aus man einen traumhaften Blick über die gesamte Admirality Bay hat.

 

Heute segeln wir bei erneut kräftigem Passatwind weiter südlich zur Insel Canouan. Nachdem wir Glossy Hill und Friendship Point gerundet haben, laufen wir ganz vorsichtig durch die äußerst schmale Passage  zwischen Land und dem vorgelagerten Riff in die nur für Boote mit geringem Tiefgang befahrbare Carrenage Bay ein, um hier exklusiv in "The Pool" zu ankern. Dieser, in der nautischen Literatur nicht erwähnte Ankerplatz wird seinem Namen voll gerecht. Es ist tatsächlich ein riesiger Swimmingpool, geschützt vor den Wellen des Atlantik die sich tosend am langgestreckten, die mehrere Meilen lange Lagune schützenden Grand Cois Riff brechen. Die Farben des Meers sind hier überwältigend schön. Vom kräftigen Dunkelblau des tiefen Wassers an der Außenseite des Riffs, bis hin zum zarten Türkisgrün über dem Sandgrund der Lagune, finden sich hier alle Abstufungen von Blau-, Türkis- und Grüntönen. Dazu ist das Wasser so klar, dass es aussieht wie flüssiges Glas.

 

Auch am nächsten Tag steht ein absoluter Traumankerplatz am Programm. Die Tobago Cays. Hier ankern wir erste Reihe fußfrei östlich der kleinen Insel Baradel ganz dicht in Lee des Horseshoe Riffs auf nur knapp 2 Meter Wassertiefe. Das Schnorcheln ist in den Cays exzellent und die Vielfalt an Rifffischen beeindruckend. Barsche, Papageienfische, Snapper, Doktorfische, Kaiserfische, Grunzer und Kofferfische, aber auch kleine Rochen schwärmen neugierig um uns herum. Nachdem heute Birgit und Gerhard Hochzeitstag haben, gibt es abends ein großes Lobster Festmahl. Dafür haben wir von einem der  hier die Yachten versorgenden fliegenden Händler Langusten gekauft. Pro Crewmitglied gibt es einen Lobster. Von Erhard geschlachtet, die riesigen Schwänze in Olivenöl goldbraun gebraten und mit Curryreis als Beilage serviert schmecken sie köstlich.

 

Mit einem Zwischenstopp in Carriacou segeln wir weiter nach Grenada, wo wir in der Grand Anse unsere weiteren Crewmitglieder Kristin und Norbert an Bord nehmen. Zur Begrüßung gibt es einen Coco Rico. Einen Drink aus Kokosmilch, Ananassaft und weißem Rum. Zubereitet in den von Erhard auf der Pirateninsel Petit Tabac geernteten Kokosnüssen. Mit Eis serviert und mit dem Strohalm direkt aus der Nuss getrunken, schmeckt er genial.

 

Am kommenden Tag steht ein Landausflug auf der Gewürzinsel Grenada am Programm. Wir mieten uns einen Van mit Fahrer, um die Insel zu erkunden. Die Straße führt von der am Meer gelegenen Hauptstadt St. George weg in steilen Serpentinen bergan durch üppigen Regenwald hinauf in die Berge. Unterwegs machen wir halt und kaufen einige der hier allgegenwärtigen, herrlich duftenden Gewürze. Dann geht es weiter zu den "Sister Falls". Wir wandern eine knappe Stunde zu den Wasserfällen. Der Marsch durch den Urwald ist faszinierend. Dieses Grün, diese Üppigkeit, uns völlig unbekannte Pflanzen und alles riesig, hypertroph. Die "Sister Falls" bestehen aus zwei Wasserfällen. Zwischen dem oberen und dem unteren befindet sich ein Basin, in dem wir ein Bad nehmen und das Wasser des oberenFalls auf uns niederprasseln lassen. Im Gegensatz zum Meer ist das Wasser hier erquickend kühl. Am Rückweg besuchen wir einen Freund unseres Fahrers, der auf einer Lichtung im Regenwald eine kleine Farm betreibt. Er führt uns durch seinen Garten. Wir bestaunen die hier üppig wachsenden exotischen, uns teilweise völlig unbekannten Pflanzen. Callaloo, Yam, Dashine, verschiedenste Sorten Bananen, Kürbis, Guaven, Papaya, Passionsfrucht, Mandarinen, Zuckerrohr, Cashewnüsse, Zimtbäume und vieles mehr. Zurück zum Schiff geht es über die Ost- und dann entlang der Südküste. Dabei beeindruckt uns vor allem St. Andrew´s, ein Städtchen mit ganz besonderem Flair und pulsierendem Leben.

 

 

Bevor wir heute Abend zur großen Überfahrt nach Tobago aufbrechen, genießen wir einen gemütlichen Tag in der Clarke´s Court Bay, einer der unzähligen, tief ins Land einschneidenden, perfekt geschützten Buchten an der Südseite Grenadas. Angesagt sind schnorcheln, baden und relaxen am einsamen Strand von Hog Island. Um 17 Uhr heißt es dann Anker auf, um die 80 Seemeilen über offene See nach Tobago in Angriff zu nehmen. Gleichnach der Ausfahrt aus der Bucht setzen wir die Segel und eine wunderbare Nachtfahrt beginnt. Der Himmel ist klar, der Passat bläst moderat und die Luft ist lau. Während die Sonne im Westen blutrot ins Meer sinkt, steigt im Osten der Mond langsam über den Horizont herauf und leuchtet uns in die Segel. Die Sterne funkeln so intensiv, wie man das bei uns nur weit oben in den Bergen in eisig kalten Winternächten erleben kann. Die Milchstraße sieht aus wie ein bis ins Meer hängender glitzernder Vorhang. Während der Orion langsam höher steigt und seine Bahn über unser Masttop  hinweg zieht, kommen wir , trotz Gegenstroms  hart am Wind segelnd gut voran. Kurz vor 2 Uhr erwischt uns ein kräftiger tropischer Schauer. Schlagartig schüttet es in Strömen, der Wind schießt aus und frischt kräftig auf. Weil der Wind dabei stark rechts gedreht hat und wir damit unser Ziel bei weitem nicht mehr anliegen können, bleibt uns vorläufig nichts anderes übrig, als die Fahrt unter Motor fortzusetzen. Als der Wind später wieder rückdreht, setzen wir wieder Segel. Kurz bevor die Sonne über den Horizont steigt, bietet sich uns ein eindrucksvolles Farbschauspiel. Rosa, violett, blau, orange ...... Ein wunderbarer Morgen bricht an. Und zur großen Freude vor allem der Fischer an Bord der Tourmaline, ziehen wir kurz vor dem Einlaufen in Scarborough unseren ersten Fisch an Bord. Es ist ein kleiner feiner Bluefin Tuna.

 

Nachdem wir die etwas mühsamen Formalitäten des Einklarierens erledigt haben, haben wir jetzt 5 Tage lang Zeit die Lieblingsinsel unseres Skippers Erhard kennen zu lernen und zu genießen. Tobago ist eine wunderbare Insel. Etwas abseits gelegen, nur mit einer Nachtfahrt gegen Wind und Strom zu erreichen, ist sie bis heute vom Yachttourismus weitestgehend unberührt geblieben. Es gibt keine Charterbasen und man trifft hier nur einige wenige Langfahrt- und Weltumsegler. Tobago ist eine kleine hügelige Insel mit üppigen Regenwäldern, herrlichen unberührten Stränden, glasklarem Wasser, intakten Korallenriffen und lustigen freundlichen Bewohnern. Sie bietet alles was man sich von einer tropischen Insel erträumt.

 

Die Insel im Uhrzeigersinn umrundend, besuchen wir Pigeon Point mit seinem genialen palmengesäumten Strand, Bucco Reef, wo die Farben des Meeres in der Lagune besonders intensiv leuchten, und Englishman´s Bay, die Traumbucht schlechthin. Das Wasser smaragdgrün, der lange Strand von feinstem goldgelben Sand sanft geschwungen und umrahmt von schwarzen Felsen und üppiger tropischer Vegetation. Das hat schon Südseeflair!  Der letzte Ankerplatz unseres Törns ist die Anse Bateau an der Nordostseite der Insel. Auch hier ankern wir wieder ganz exklusiv allein ohne ein anderes Schiff weit und breit. Das am Rand der Bucht gelegene Riff ist besonders schön zum Schnorcheln. Noch einmal tauchen wir ein in eine Unterwasserwelt von beeindruckender Vielfalt. Wir bestaunen Korallen verschiedenster Formen und Farben, unzählige bunte Rifffische, eine Languste und sogar eine Schildkröte.

 

Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen. Wir segeln zurück nach Scarborough, um die Tourmaline an Bernard zu übergeben, der sie in ihren Heimathafen auf Martinique zurücksegeln wird.  Uns bleibt nur noch der Rückflug nach München, wo uns schnell die Realität unseres kalten grauen Spätherbstes einholt. Aber die Eindrücke und Bilder unserer karibischen Reise werden in unseren Köpfen fortbestehen, jedenfalls solange, bis wir im Februar zum nächsten mariteam Abenteuer in die Andamanensee aufbrechen.

 


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